ana`ke magazine

Ein Tag mit Paps: Walter im Netz

Ich habe jetzt nach längerer Zeit wieder mal meinen Eltern einen Besuch abgestattet. Das mit der längeren Zeit war sogar nicht einmal meine Schuld, sondern die meines Vaters, der zwei Wochen lang in der Wüste im Oman zeltete und vor allem fotografierte. Und jetzt ist er also wieder hier, mein braun gebrannter Vater, packte neben seinen unzähligen Fotos und Edelsteinen aus dem Omangebirge (nein, am Flughafen wurde er nicht verhaftet) ein Säckchen Weihrauch (bzw. das Harz, das angezündet wird) aus. Wofür er den verwenden will, weiss ich nicht - jedenfalls weiss ich jetzt, dass man den auch essen kann, gut gegen Halsschmerzen und so, wird in der Kirche angezündet, weil’s desinfizierend wirkt, ansteckende Krankheiten, Pest, ihr versteht schon.

Dann sitze ich also am Tisch, esse Resten vom Mittagessen, als mein Vater ganz verlegen an den Tisch kommt und murmelt: “Dein Vater war ja noch in der Zeitung.”
Ich: “Wo?”
Er: “Ach, nichts Besonderes.”
Ich: “Nein, zeig mal.”
Mama: (kann sich fast nicht mehr halten vor Lachen) “Es ist ihm peinlich.”
Er: “Ach…”
Sie: “Bring doch die Zeitung mal, sie hätte den Artikel ja eh noch gesehn.”
Er: “Nein! Ich hab die Zeitung ganz unten im Stapel versteckt.”
Er bringt sie dann doch. Und ich erfahre, dass er nun als einer der “Charakterköpfe” die Hompage der Pro Senectute Rheintal ziert, bei der er längere Zeit Präsident war. Fotografiert wurde er dafür anscheidend vom Vogue-Fotografen Stefan Indlekofer.

Schade nur, dass er auf dem Portrait eher streng, reserviert und etwas distanziert wirkt, was er gar nicht ist. Sehr im Gegenteil, eigentlich – meistens strahlt er.

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