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	<title>ana`ke magazine</title>
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	<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 20:59:12 +0000</pubDate>
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		<title>Zerzauster Hans und strahlender Sieger</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 14:43:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die vier Wände]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen: Ich besitze einen Sieger aus zweiter Hand, der schon zähtuusigmal quer durch die Schweiz gefahren ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe nun doch die Ehre meinen Sieger vorzustellen. Beziehungsweise vor allem die mit ihm verbundene Geschichte zu erzählen. Denn, nein, ich bin nicht über Nacht zu sehr viel Geld gekommen – schade eigentlich – und habe mir auch kein nigelnagelneues Rennvelo gekauft. Aber erstmal einen Tusch – hier ist er:</p>
<p><img src="http://anake.ch/fotos/blog/P1000448.jpg" alt="Sieger"  /></p>
<p>Der sehr alte Besitzer des sehr alten Rennvelos sei mit dem Sieger schon zähtuusigmal durch die Schweiz geradelt, sagte mir Hans von der Brockenhalle in Winterthur. &#8220;Übertrieben gesagt, hä, gäll!&#8221; Er zwinkert mir zu, während er versucht, das Vorderrad des Rennvelos aufzupumpen, damit ich es probefahren kann.</p>
<p>Die Brockenhalle hatte (und hat vielleicht immer noch) 50% Rabatt auf – &#8220;fast alles&#8221;, ruft Hans, der plötzlich irgendwo zwischen dem Gerümpel raschelt, als Detective Tammy und ich die bis unter&#8217;s Dach vollgestopfte Halle betreten. Detective Tammy hat sich schon in Richtung Bücher verdrückt, wo sie sich auf die Suche nach Krimis von Agatha Christie macht, die sie noch nicht besitzt, und ich rufe in Richtung Kleiderständer, wo ich Hans vermute: &#8220;Auch auf die Velos?&#8221; Er schiesst zwischen zwei Mänteln hervor, zerzaustes, graues Haar, und meint: &#8220;Jo, jo, auch auf die Velos. Auf fast alles&#8221;, er wedelt mit der Hand in der Luft &#8216;rum, &#8220;auch dort auf das Geschirr, Schilder, die Geräte hier, das steht auch immer angeschrieben, wenn&#8217;s 50% Rabatt gibt, hier, lueg, wie hier – aber jo, jo, auch auf die Velos.&#8221; Geschirr haben wir mehr als genug, das riesige SBB-Leuchtschild interessiert mich nicht und der alte Kassettenrekorder erinnert mich zu sehr an mein schmerzhaftes Kindheitstrauma, als ich mir den Stromstecker meines Kassettenrekorders in den Mund gesteckt hatte. Und eigentlich hatte ich mich ja schon eine Woche zuvor in das eine Fahrrad verliebt, nur lagen die 300 Fr. über meinem Budget, doch mit diesen 50% Rabatt &#8220;auf fast alles, hä, gäll&#8221; rückte auch der Sieger in erschwingliche Nähe.</p>
<p>Nun bückt sich Hans also über das sehr alte Rennrad, versucht irgendwie Luft in den vorderen Reifen zu pumpen und redet dabei munter auf mich ein. Unterbrochen wird er nur zweimal. Einmal um einen älteren, dicklichen Mann zu begrüssen, der in die Halle kommt und der einbisschen so aussieht, wie ein zu grosses Kind, und der eine Ausstrahlung hat wie Homer Simpson. Und ein zweites Mal zwei Minuten später, als das grosse Kind mit einem faustgrossen, roten Ball mit Noppen in der Hand wieder auftaucht und fragt: &#8220;Wie viel wotsch für dää?&#8221; – &#8220;Zwei Franke.&#8221; – &#8220;Also guet.&#8221;</p>
<p>Als Hans dann nach einer halben Stunde merkt, dass das Velo kein französisches, sondern ein holländisches Ventil hat, und er es dann auch endlich schafft, Luft in den Reifen zu befördern, nahm ich meinen Sieger auch gleich mit nach Hause. Und geputzt strahlt er jetzt mit gelber Sieger-Klingel.</p>
<p><img src="http://anake.ch/fotos/blog/P1000451.jpg" alt="Sieger nah" /></p>
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		<title>Ein Tag mit Paps: Walter im Netz</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Mar 2009 14:22:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Ein Tag mit Paps]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Vater, der Charakterkopf. Ausserdem: Was man aus Weihrauchharz alles machen kann, an Orten, wo viele Leute zusammenkommen, zum Beispiel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe jetzt nach längerer Zeit wieder mal meinen Eltern einen Besuch abgestattet. Das mit der längeren Zeit war sogar nicht einmal meine Schuld, sondern die meines Vaters, der zwei Wochen lang in der Wüste im Oman zeltete und vor allem fotografierte. Und jetzt ist er also wieder hier, mein braun gebrannter Vater, packte neben seinen unzähligen Fotos und Edelsteinen aus dem Omangebirge (nein, am Flughafen wurde er nicht verhaftet) ein Säckchen Weihrauch (bzw. das Harz, das angezündet wird) aus. Wofür er den verwenden will, weiss ich nicht - jedenfalls weiss ich jetzt, dass man den auch essen kann, gut gegen Halsschmerzen und so, wird in der Kirche angezündet, weil&#8217;s desinfizierend wirkt, ansteckende Krankheiten, Pest, ihr versteht schon.</p>
<p>Dann sitze ich also am Tisch, esse Resten vom Mittagessen, als mein Vater ganz verlegen an den Tisch kommt und murmelt: &#8220;Dein Vater war ja noch in der Zeitung.&#8221;<br />
Ich: &#8220;Wo?&#8221;<br />
Er: &#8220;Ach, nichts Besonderes.&#8221;<br />
Ich: &#8220;Nein, zeig mal.&#8221;<br />
Mama: (kann sich fast nicht mehr halten vor Lachen) &#8220;Es ist ihm peinlich.&#8221;<br />
Er: &#8220;Ach&#8230;&#8221;<br />
Sie: &#8220;Bring doch die Zeitung mal, sie hätte den Artikel ja eh noch gesehn.&#8221;<br />
Er: &#8220;Nein! Ich hab die Zeitung ganz unten im Stapel versteckt.&#8221;<br />
Er bringt sie dann doch. Und ich erfahre, dass er nun als einer der &#8220;Charakterköpfe&#8221; die <a href="http://www.sg.pro-senectute.ch/de/mitarbeiten/" target="_blank">Hompage der Pro Senectute Rheintal</a> ziert, bei der er längere Zeit Präsident war. Fotografiert wurde er dafür anscheidend vom Vogue-Fotografen Stefan Indlekofer.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" title="Charakterkopf" src="http://anake.ch/fotos/blog/img_facejpg.jpeg" alt="" width="354" height="410" /></p>
<p>Schade nur, dass er auf dem Portrait eher streng, reserviert und etwas distanziert wirkt, was er gar nicht ist. Sehr im Gegenteil, eigentlich – meistens strahlt er.</p>
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		<title>Etwas mehr Style, bitte</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 20:18:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die vier Wände]]></category>

		<category><![CDATA[Geek Stuff]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich möchte: neue Farben, einen neuen Duschvorhang, eine neue Küche, einen Rennveloersatz. Und bis es so weit ist, vertröste ich mich mit der Apartment-Therapy.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich mag schöne Dinge. Und ich mag es auch, mich mit schönen Dingen zu umgeben. Das geht manchmal sogar so weit, dass ich vom praktischen Nutzen absehe, weil mir etwas gefällt. Bestes Beispiel: Die neue <a href="http://www.apple.com/keyboard/" target="_blank">Mac-Tastatur</a> ist nun wirklich nicht der Inbegriff von Ergonomie – obwohl ich den leichten Tastenanschlag sehr mag –, aber sie ist schön. Und ich glaube wirklich, dass mir das Schreiben mit einer klobigen, schwarzen Tastatur weniger Spass machen würde.<br />
Ich mag zum Beispiel auch schöne Cafés. In Brüssel hab ich die meiste Zeit in schönen Cafés verbracht und gelernt. (Für zukünftige Brüssel-Reisende hier die Top Five: Comptoir Florian, <a href="http://www.cityplug.be/fr/Bruxelles/JANEDGSU_Sortie_Le-Fontainas.html" target="_blank">Fontainas</a>, Karsmakers, <a href="http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewProfile&amp;friendID=336459007" target="_blank">Zebra</a> und <a href="http://www.ultime-atome.com/" target="_blank">Ultime Atome</a>.)<br />
Der einzige Haken an der Sache – genau, ich kann es mir zwar leisten vier Monate in verschiedenen Cafés zu leben, hab dann aber definitv kein Geld mehr um mir mein letzten Sommer geklaut wordenes Rennrad zu ersetzen&#8230;</p>
<p>Einige Möglichkeiten gibt es jetzt noch, in dieser kalten Welt zu überleben:</p>
<p><strong>1.</strong> Die Apartment-Therapy: <a href="http://www.apartmenttherapy.com/" target="_blank">www.apartmenttherapy.com</a></p>
<p><strong>2.</strong> Ein kleines Goodie, um Marina zum weinen zu bringen: <a href="http://www.thekitchn.com/thekitchn/home-tours" target="_blank">Kitchen Tours</a>. (Oder sollte ich das besser nicht machen? Weil sie sonst keinen Fuss mehr in unsere Küche setzt und ich an einer Wienerli-OD sterbe? Ich schick da doch besser noch die <a href="http://www.thekitchn.com/thekitchn/recipes" target="_blank">Rezepte</a> nach.)</p>
<p><strong>3.</strong> Etwas ganz anderes, aber nicht minder schönes: Das <a href="http://www.cooliris.com/?s=1" target="_blank">Cooliris Plugin</a>, das ich wirklich allen empfehle, die gerne mit sehr viel Stil in Bildern von Flickr &amp; Co. stöbern.</p>
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		<title>Helvetica</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Mar 2009 21:01:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Geek Stuff]]></category>

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		<description><![CDATA[Etwas Patriotismus mag es noch leiden. Helvetica feierte vor zwei Jahren ihren fünfzigsten Geburtstag und Gary Hustwit hat über die Schriftart einen Film gedreht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Etwas Patriotismus mag es noch leiden. Helvetica feierte vor zwei Jahren ihren fünfzigsten Geburtstag und Gary Hustwit hat über die Schriftart einen <a href="http://www.helveticafilm.com/">Film</a> gedreht. Und weil ich wirklich verliebt in die Typo bin (wie man vielleicht am Design hier sieht), hier der Trailer zum Film:</p>
<p><center><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Bw7bVD-V8rs&#038;hl=en&#038;fs=1&#038;rel=0&#038;color1=0x3a3a3a&#038;color2=0x999999"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/Bw7bVD-V8rs&#038;hl=en&#038;fs=1&#038;rel=0&#038;color1=0x3a3a3a&#038;color2=0x999999" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></center></p>
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		<title>Die unerträgliche Last der kleinen Dinge</title>
		<link>http://blog.anake.ch/?p=55</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Mar 2009 20:33:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Diverses]]></category>

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		<description><![CDATA[Heimkommen ist toll. Wenn da nicht all diese kleinen, unerträglichen Dinge wären, die sich angesammelt haben und die zuhause geblieben sind.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Ausland zu leben ist ja wirklich etwas schönes, trotz all den Schwierigkeiten und vor allem rückblickend. Vielleicht, weil man mit dem Gefühl &#8220;nach Hause&#8221; kommt, etwas geschafft zu haben – einen Handyvertrag abgeschlossen und ohne Gebühren wieder gekündigt zu haben, mit der Metro in besagter Stadt nicht mehr ganz so oft in die falsche Richtung zu fahren, zusammen mit der Polizei in der Fremdsprache einen Polizeirapport ausgefüllt zu haben, befreienderweise eine Scheibe eingeschlagen und anschliessend einen Glaser organisiert zu haben, wenn auch unterernährt und vitaminmangel, aber immerhin nicht verhungert. Abgehakt. Seen this, done that.</p>
<p>Nachhausekommen ist auch schön. Für mich jedenfalls. Nicht rückblickend, sondern akut. Besonders nach mehreren Monaten im Ausland. Da sind die klischeebehaftenten und hauptsächlich kulinarischen Dinge, über die ich mich freue (Brot!, Rivella!), und die tatsächlich fast luxuriösen Schweizer Wohnstandards (in punkto Hellhörigkeit, Wärmeisolation und funktionierender Gerätschaften). Auch Herr und Frau Schweizer sind, wie soll ich sagen – erfrischend entspannend? – mit ihrem ewigen Konjunktiv, dem ständigen Bemühen, niemanden vor den Kopf zu stossen, ihrer Zurückhaltung, ihrem Understatement, ihren Personenfreizügigkeitsabkommen (und langen Wörtern).</p>
<p>Es gibt aber etwas am Nachhausekommen, das ich nicht mag. Abgesehen von Fernweh, das relativ leicht zu verkraften ist, weil man weiss, dass man wieder weg kann, wenn man will. Ich mag das Umziehen nicht. Wirklich nicht. Nicht, weil es theoretisch eine grössere logistische Aufgabe darstellt, nein, sondern weil einem bewusst wird, wie viel Scheiss sich in einem (doch sehr jungen) Leben angesammelt hat. Und ich spreche hier nicht von den mit Erinnerungen behafteten Gegenständen, den Briefen und Fotos und Eintrittskarten. Die bekommen ihren Platz, werden liebevoll zusammengetragen, abgelegt, und stellen meiner Meinung nach – neben dem Wortschatz – einen der wertvollsten Lebensschätze dar. Nein, ich spreche von den unerträglichen Kleinigkeiten. Stifte, die noch schreiben, aber nie benutzt werden; dekorative Geburtstagsgeschenke; nie abgeschickte Postkarten; diverse Kabel für irgendwelche Elektrogeräte; praktische Taschen, die man trotz Funktionalität nie braucht, unzählige angefangene Schreibblöcke – all diese Dinge, die man nicht los werden sollte und es trotzdem möchte. Unerträglich.</p>
<p>P.S.: Wir haben eine neue Dozentin an der Uni, die heisst zum zweiten Nachnamen Arbogast. Wie Detective Arbogast aus Hitchcocks &#8220;Psycho&#8221;.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zukunftsmusik reloaded</title>
		<link>http://blog.anake.ch/?p=51</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Feb 2009 14:24:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Diverses]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Bachelor/Master-System ist sowas von überflüssig. Und am schlimmsten ist es, wenn der Masterstudiengang nicht dann beginnt, wenn er beginnen sollte. Bleibt die Frage: Was macht man aus einem freien Jahr?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss sagen, es ist nicht unbedingt berauschend, der erste Jahrgang in einem neuen System zu sein. Vor allem nicht, wenn es sich beim neuen System um ein suspektes Bachelor/Master-System handelt, das ja eigentlich geschaffen wurde, um den europaweiten und internationalen Austausch zu erleichtern. Und dann ist man im Ausland und darf live miterleben wie unsäglich kompliziert dieser Austausch geworden ist – mit Kursen mit gleichen Namen, aber anderen Inhalten, und mit der inflationären Währung namens ECTS.<br />
Aber hey, das ist peanuts gegenüber dem Theater, das jetzt anfängt. Bis heute Morgen wussten wir nämlich noch gar nicht, ob wir überhaupt Masterstudiengänge zum Bachelor in Mehrsprachiger Kommunikation haben würden. Seit heute Morgen wissen wir: Es gibt ab nächstem Semester die Masterstudiengänge <strong>Fachübersetzen</strong> und <strong>Konferenzdolmetschen</strong>. Soweit, sogut. Nur – und jetzt wird es kompliziert – will ich Fachübersetzen machen, und das darf man mit einem Bachelor-Abschluss erst ab 2010 studieren. Aus welchem Grund auch immer. Und das heisst?</p>
<blockquote><p>Empfehlung für […] die BA-AbsolventInnen des Jahrgangs 2009 am IUED, die ein Masterstudium in den Vertiefungen Fachübersetzen, Kommunikationsberatung oder Sprachliche und Kulturelle Integration anstreben: Erwerben Sie bis zum Herbst 2010 entweder Auslanderfahrungen (Vertiefung Fachübersetzen) oder branchenspezifische Berufserfahrungen (Vertiefungen Kommunikationsberatung und Sprachliche und Kulturelle Integration).</p></blockquote>
<p>Hallo Zwischenjahr! Meine Zukunftspläne stehen Kopf. Und ich weiss noch nicht richtig, ob ich mich freuen, oder zum Zirkusdirektor rennen soll, um ihm mal richtig die Meinung zu sagen. Ich versuchs mal mit Ersterem und einer was-ich-aus-einem-überschüssigen-Jahr-mache-Liste. Ich liebe Listen.</p>
<ul>
<li>in Genf studieren</li>
<li>in Berlin studieren</li>
<li>ein Jahr lang arbeiten</li>
<li>ein halbes Jahr lang arbeiten, die andere Hälfte mit Reisen verbringen</li>
<li>ein Buch schreiben</li>
<li>mich in Informatik weiterbilden</li>
<li><a href="http://mae.zhdk.ch/">Art Education</a> an der ZHdK jetzt schon anfangen</li>
<li>nach Island gehen und isländisch lernen</li>
</ul>
<p>Weitere Vorschläge?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Scrabble: SCHWANZHUND</title>
		<link>http://blog.anake.ch/?p=21</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Feb 2009 19:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die vier Wände]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich kann bei Scrabble nicht verlieren. Scrabblespielen braucht Zeit. Stunden. Das ist wie Monopoly, nur ohne Kapitalismus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann bei Scrabble nicht verlieren. Nicht, dass ich sonst eine schlechte Verliererin wäre, eigentlich überhaupt nicht. Aber bei Scrabble ist das anders, bei Scrabble gelten keine Naturgesetze, da <strong>muss</strong> ich das <strong>ultimative</strong> Wort finden, egal wie lange das dauert. Ich muss. Mein Ziel ist es, wie eine der alten Damen in Loriots &#8220;Ödipussi&#8221; das Wort SCHWANZHUND zu legen.</p>
<p>[Der Vorhang öffnet sich.]</p>
<p>Ich beuge mich über das Scrabble-Spielbrett. Schneidersitz. Tasse Kaffee. Neben mir schläft Marina. Ich denke nach. DTDJHCUZ. Scheisse. ZUT! Mist, französisch. JUH! &#8230;u. ZUCH! Ne, westdeutsche Dialekte zählen nicht. Verzweiflung. Nach zwei Stunden lege ich: DU. 3 Punkte. Frustriert rüttle ich Marina wach: &#8220;Du bist dran.&#8221; Sie blinzelt verschlafen, wirft einen Blick auf&#8217;s Spielbrett und legt dann: SELBSTHILFEGRUPPE.</p>
<p>[Der Vorhang schliesst sich.]</p>
<p>Gesucht: Jemand, der/die sehr viel Geduld hat. Und mich im Notfall gewinnen lässt.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Le monsieur et le groupe de l&#8217;église</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Oct 2008 20:38:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bruxelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie unsere Wohngemeinschafft über Nacht religiös wurde und weshalb wir uns ab jetzt "Unser Barmherziges Treppenhaus" nennen. Oder so. Eine Kriminalgeschichte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>21.30 Uhr. Draussen ist es dunkel, es regnet in Strömen. Brüssel hat auch einen Charme, wenn es regnet. Die Jugendstilhäuser färben sich dann dunkel, die mit Pflastersteinen besetzten Trottoirs glänzen im Licht der Strassenlampen und es weht ein so kalter Wind, dass man sich den Kragen hochzieht, die Hände tief in die Taschen steckt, und hofft, bald zuhause zu sein. Trotzdem ist es irgendwie ein romantisches Nachhausegehen, gerade weil man weiss, dass man bald hinter einer dieser schwungvoll dekorierten Fassaden ist, sich sämtliche Kleider anzieht, die man besitzt – schliesslich werden die Wohnungen zu dieser Jahreszeit noch nicht geheizt – und sich mit einer Tasse Tee ins Bett verkriecht.</p>
<p>An diesem Abend haben ich, Amandine und Stéphanie genau das gemacht, jede sitzt in ihrem Zimmer, die Tür jeweils offen, jede hängt ihren Dingen nach. Man hört das Geräusch des Regens, der auf das Dachfenster fällt und wünscht wirklich niemandem, in diesem Moment draussen zu sein. Dann klingelt es an der Tür. Niemand erwartet jemanden, niemand bewegt sich. Da muss jemand die falsche Klingel gedrückt haben. Es klingelt ein zweites Mal. Stéphanie und ich kommen langsam aus unseren Zimmern, schauen uns fragend an. &#8220;Tu attends quelqu&#8217;un?&#8221; Kopfschütteln. Gerade als ich den Hörer der Gegensprechanlage abheben will, hören wir, wie unten die Eingangtüre aufgeht. Wir atmen auf. Anscheinend hat jemand aufgemacht. Unten hören wir jetzt zwei Männerstimmen und wir lauschen eine Weile, verstehen aber nichts. Als das Gespräch verstummt, hören wir Schritte im Treppenhaus. Die alten Stufen des &#8220;maison de maître&#8221; knarren. Wir schauen uns fragend an. Wer bittesehr ist das? Und wohin will er? Die Schritte kommen langsam immer näher. In den zweiten Stock unserer Wohnung, die auf zwei Etagen verteilt ist, gelangt man nur über das Treppenhaus. Seine Schritte scheinen eindeutig dieses Ziel zu haben. Als er auftaucht, ausser Atmen vor Anstrengung, sehe ich, dass er einen Mantel trägt und vom Regen durchnässt ist. Erstaunt ziehe ich die Augenbrauen hoch und sage: &#8220;Bonsoir monsieur.&#8221; Ich klammere mich auch einbisschen am Treppengeländer fest, aus Angst, er könnte plötzlich einen Revolver hervorziehen und, wie in einem Stummfilm, würde dann Klaviermusik ertönen, &#8220;Je suis venu vous chercher!&#8221;, fieses grinsen, er zieht hektisch den Revolver hervor, ich renne einige Male im Kreis, werfe dabei die Arme in die Luft, &#8220;Aaahh!&#8221;, schnelle kakophone Klaviermusik, Fokus auf meine schwarz geschminkten Augen.</p>
<p>Aber so böse sieht er gar nicht aus. Und statt eines Revolvers, zieht er ein Stück Papier hervor, zeigt darauf und fragt in schlechtem Französisch: &#8220;Pardon, est-ce que c&#8217;est la groupe de l&#8217;église?&#8221; Und ich versuche ganz höflich zu bleiben und nicht zu lachen, was mir nicht ganz gelingt. Eine Kirchengruppe? Bitte was? Ich grinse übermässig und antworte: &#8220;Non, désolée monsieur, vous vous trouvez dans un endroit tout à fait laïque.&#8221; Und so verschwand dieser mysteriöse Herr und ward nie wieder gesehen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Alpha Bruxelles</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Sep 2008 17:40:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bruxelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Aller Anfang ist schön. Und kompliziert. Wenn Brussel eine tote Stadt ist, dann rockt es im Totenreich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>// Sonntag: </strong>Es ist leicht, hier anzukommen. In einer Stadt, in der alles lebt, sich alles bewegt. &#8220;Aaah ah, vous allez voir&#8221;, sagt der Taxifahrer, der mich von Bruxelles-Midi nach Ixelles bringt, &#8220;c&#8217;est une ville morte!&#8221; Une ville morte? Ehrlich? Eine tote Stadt? Der Taxifahrer fährt so schnell und sicher, wie das nur seinesgleichen draufhaben. Und ich denke, na toll, wenn sich das nur mal nicht bestätigt. Gleichzeitig bin ich fasziniert von der Stadt, von der ich ein ganz anderes Bild hatte – oder eigentlich gar keines, das trifft es besser. Und dort, wo mich Monsieur rauslässt, schlage ich schliesslich mein Zelt auf und fühl mich zuhause. Bildlich gesprochen natürlich. In Wirklichkeit zerre ich einen gefühlte 40 Kilo schweren Koffer über hundert Meter Pflastersteinboden, mache dabei einen unheimlichen Lärm, was aber niemanden der zahlreichen und multi-ethnischen Passanten stört. Im Gegenteil: Es scheint fast, als würde sich mein Lärm ganz einfach nur mit der kleinen Strasse mischen, so als würde er schon immer dazugehören, zu diesem Geräuschinventar hier. Ich gehe also zu weit, suche &#8220;la treize&#8221;, gehe wieder zurück, und stehe dann vor der Tür, von der ich vermute, dass sie die gesuchte &#8220;treize&#8221; auch wirklich ist. Und tatsächlich: Die Tür öffnet sich wie von Geisterhand, vor mir steht eine meiner Mitbewohnerinnen samt Familie, Freund und Freunden und man sagt mir: &#8220;Allez, on va aller boire une bière!&#8221; Und ich fühle mich zuhause, wirklich zuhause.</p>
<p><strong>// Montag: </strong>Wir sind alle drei erst eben hier eingezogen. Jugendstilwohnung auf zwei Etagen, gross, hell, oberste Etage = zehntausend Treppenstufen, &#8220;c&#8217;est encore du camping&#8221;, wir wissen uns zu helfen, auch ohne Möbel. Ich bekomme ein kleines Bett geliehen, eine Kommode, ein Bücherregal. Alles ist gut.</p>
<p><strong>// Dienstag: </strong>L&#8217;unif, c&#8217;est le bordel. Theoretisch dürfen wir alle Kurse besuchen, die die Schule anbietet, die im Bachelor wie auch die im Master. Übersetzen genauso wie Dolmetschen. Faktisch gehören wir Schweizer zu der zweiten Kategorie von Erasmus-Studenten. Die erste Kategorie bekommt von ihrer Schule genau eine Richtlinie: Beweisen Sie, dass sie ein Semester lang im Ausland studiert haben. Bei der zweiten Kategorie sieht es etwas komplizierter aus: Bestehen Sie möglichst viele Prüfungen, holen Sie somit etwa 30 Credits; vergessen Sie nicht, dass Sie Pflichtfächer haben und suchen Sie im Ausland entsprechende Fächer; falls Sie keine entsprechenden Fächer finden, so ist das Ihr Problem; versuchen Sie auf gar keinen Fall, uns per E-Mail zu kontaktieren, wir haben auch so genug zu tun.</p>
<p><strong>// Samstag: </strong>IKEA. Ich dachte nicht, dass da wie heimkommen sein würde. Globalisierung hat eben doch etwas Gutes, alles sieht gleich aus. Oder so. Ich kaufe eine Matratze, weil ich auf der anderen wie die Prinzessin auf der Erbse schlaf, die gleiche Lampe, wie ich zuhause auch hab, und zwei Bettbezüge, aus purem Luxus. Am Abend sind Amandine und ich an einer 30-er Party, betrinken uns hemmungslos, weil uns der Barkeeper alles spendiert, und fahren nachher im überteuerten Taxi nachhause.</p>
<p><strong>// Mittwoch: </strong>Die Gasheizung im Bad funktioniert nicht. Kalt Duschen. Auch das WC ist alt und muss ersetzt werden. Die Vermieter kommen zu Besuch, finden alles &#8220;magnifique&#8221; und &#8220;comme dans un musée&#8221;. Wenn sie das Wort an mich richten, betonen sie jedes Wort, auch noch als sie wissen, dass ich der Sprache absolut mächtig bin. Als sie gegangen sind, sitzen wir zu dritt im Wohnzimmer und können während zehn Minuten nicht aufhören zu lachen.</p>
<p><strong>// Jetzt: </strong>Ich sitze im &#8220;Ultime Atome&#8221;, einem Café, in dem es immer Menschen hat, vom Morgen bis in die Nacht. Der Kellner hat mir gerade meinen zweiten Kaffee gebracht. Und eine Extraportion schwarze Schöggeli. Wie schön, dass man mir ansieht, dass ich das mag.</p>
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